Nürnberger Ingenieure ohne Grenzen wollen in Äthiopien Schulunterricht auch bei Stromausfall ermöglichen
Ein ausfallsicheres Stromnetz wie in Deutschland ist in Äthiopien kaum vorstellbar. Für die 3900 Schüler des TVET College in Addis Abeba heißt das, dass die Werkzeugmaschinen, an denen sie handwerkliche Berufe wie Schlosser, Dreher usw. erlernen, im Unterricht immer wieder stillstehen und so die Ausbildung der Schüler behindern. Eine gute Ausbildung der Menschen aber ist die Voraussetzung dafür, in Äthiopien eine funktionierende Wirtschaft bzw. Industrie zu schaffen.
Die Nürnberger Ingenieure ohne Grenzen möchten deshalb hier helfen und mithilfe eines Dieselgenerators eine dauerhafte Stromversorgung ermöglichen. Solche Diesel-Notstromversorgungen werden auch in Deutschland häufig eingesetzt – zum Beispiel in Krankenhäusern, Banken und Versicherungen.
Die beiden Nürnberger Simon Bucher und Christian Tews brechen am 9. April nach Äthiopien auf. Im Rahmen ihrer Projekt-Vorerkundung sollen in Addis Abeba Kontakte zur Schule und lokalen Partnern geknüpft werden, um sich ein genaues Bild der Lage in Äthiopien zu machen und die weiteren Schritte genau planen zu können.
Während einer Informationsveranstaltung sagte Christian Tews dazu: „Die Menschen in Addis Abeba sollen nach unserem Projekt ihre Stromversorgung alleine reparieren und warten. Deshalb wollen wir das Thema Dieselgeneratoren auch in den Unterricht bringen. Dazu müssen wir natürlich mit der Schulleitung besprechen, wie das genau funktionieren kann.“
Die große Hoffnung der Nürnberger ist, dass dann der Schulbetrieb wieder durchgängig stattfindet und die Schüler die Chance auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung erhalten.
Ingenieure ohne Grenzen e.V. ist eine 2003 in Marburg gegründete, gemeinnützige Hilfsorganisation. Ziel des Vereins und seiner über 1000 Mitglieder ist es, in Projektarbeiten Not leidende Menschen durch ingenieurstechnische Hilfeleistungen zu unterstützen. Besonderes Gewicht liegt dabei auf der Nachhaltigkeit der Projekte durch Wissenstransfer sowie Anleitung und Ausbildung der lokalen Bevölkerung. Die Regionalgruppe Nürnberg des Vereins engagiert sich zur Zeit in drei Projekten zur Wasser- und Energieversorgung von Schulen und Krankenhäusern in Ghana und Äthiopien.
Für weitere Informationen sowie Bildmaterial wenden Sie sich bitte an Florian Enzenberger:
Florian.Enzenberger@ingenieure-ohne-grenzen.org
